etc_random
2001 hält sich Johannes S. Sistermanns vier Monate in Japan auf (Artist Fellowship The Japan Foundation). Bei diesem dritten Aufenthalt in Japan seit 1997 entwickelt er die electric tea ceremony. Ausgehend von der traditionellen Teezeremonie sind für ihn die heute alle 70 bis 100 Meter aufgestellten Getränkeautomaten mit u. a. auch heißem grünem Tee in Weißblechdosen Ausdruck einer "modernen Teezeremonie" des heutigen Japan. Aufnahmen in diesen Automaten und an den Orten, an denen sich diese "moderne Teezeremonie" in neuem sozialen Kontext ereignet, sind ebenso Bestandteil von etc_random wie Teeschale, -dose, -wasser zur materialen Klang- und Geräuschfindung. Kazuya Ishigami greift mit Sounds und Computer Samplings live in die Performance ein. "Die Teedose hört auch", so Sistermanns’ Statement, wenn er die ausgetrunkene, leere Teedose zum Hören bringt und die Resonanz des Einkaufstrubels mittels Kontaktmikrofonen in der Teedose selbst aufnimmt.
etc_random wird als eine digitale KlangPerformance über die random-/Zufalltaste abgespielt. Die 55 Stücke sind komponiert, nicht aber ihre Reihenfolge.