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Prague / Hannover

 

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Lenka Zupkova: akustische und fünfsaitige elektrische Violine, Live-Elektronik; Andre Bartetzki und Dorothée Hahne: Live-Elektronik

Werke von Andre Bartetzki, Vinko Globokar, Dorothée Hahne, Peter Köszeghy, Annette Schlünz, Thorsten Töpp und Lenka Zupkova
 
Helmut Peters hat die CD in NZfM 4/2009 besprochen.

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Unverkennbar liegt Lenka Zupkova viel am originalen Streicherklang und an den mannigfaltigen Spieltechniken des tradierten Streichinstruments. Sie weiß, dass die klangliche Vielfalt und die im Vergleich zum Klavier wesentlich komplexere Tongestaltung digital kaum generier- oder transportierbar sind – ja es scheint, als sei die Welt der Vibrati, der Pizzikati, der Col-legno- oder Sul-ponticello-Spielformen noch immer zu kompliziert fürs digitale Prinzip. Daher benutzt Zupkova ihre elektrische fünfsaitige und ihre akustische Geige nicht als bloßen Impulsgeber, als Auslöser für selbstständige Klänge oder Geräusche des Computers. Sie respektiert den gewöhnlichen Violinklang. Aber sie modifiziert ihn eben auch, da sie Interesse hat an Klangerweiterungen, die bis in den Bereich wilder, ungebändigter Geräusche gehen. Zupkova erreicht das mithilfe von Computerprogrammen, die gleichzeitig dazu dient, den Raum live differenziert mit einzubeziehen.

Mit Ausnahme von Globokars «Kartomlin Croisé» und Köszeghys «Libertinage» sind alle Kompositionen auf dieser CD Auftragswerke und Ersteinspielungen, da Zupkova besonders an einer engen Kooperation mit Komponisten liegt. Gemeinsam mit ihnen probiert sie neue Wege aus, erkundet neue Spieltechniken und fügt traditionelle und neuartige Spielformen experimentierend zusammen.

Weitere Informationen: www.violinelenka.com

Inhalt:
Peter Köszeghy: Libertinage für E-Violine und Verzerrer
Andre Bartetzki: String Theory für Violine und Live-Elektronik
Annette Schlünz: Zebra für E-Violine, Live-Elektronik und 4-Kanal-Zuspielband
Dorothée Hahne: RestZeit für E-Violine und Live-Elektronik
Lenka Zupkova: Strepy für E-Violine, Live-Elektronik und 4-Kanal-Zuspielband
Thorsten Töpp: Mystify für verstärkte Violine und Loop Delay
Vinko Globokar: Kartomlin Croisé für verstärkte Violine und Live-Elektronik

 

Pressestimmen

«Eine faszinierende Platte legte auch die Geigerin Lenka Zupková mit ihrer Interpretation von Werken für Violine und Elektronik vor. Mit herkömmlicher und elektrifizierter Violine widmet sie sich sieben sehr unterschiedlichen Kompositionen, in denen es um die Modifikation des Violinklangs aus sich selbst heraus bis hin zu Klangerweiterungen in den Bereich extremer Geräusche geht. Dass die Elektronik dabei nur ein Hilfsmittel ist, lässt sich vor allem an Zupkovás eigenem Stück ‹Støepy› für E-Violine, Live-Elektronik und 4-Kanal-Tonband (2005) erkennen. Aber auch ansonsten tritt die Elektronik nie offensiv als Effekt nach außen: Peter Köszeghys ‹Libertinage› für E-Violine und Verzerrer (2004) arbeitet etwa mit unterschiedlichen Rauigkeitswerten, während Andre Bartetzkis ‹StringTheory› für Violine und Live-Elektronik (2005) sich eher einer sphärischen, ins Räumliche hinein ausgedehnten Klanglichkeit widmet und Dorothée Halme in ‹RestZeit› für E-Violine und Live-Elektronik (2005) mit vielschichtigen stilistischen Brechungen spielt.»

Stefan Drees in «positionen» 83 (Mai 2010)
 

«Das Stück ‹Libertinage› für E-Violine und Verzerrer aus dem Jahr 2004 von Peter Köszeghy ist wie ein flimmerndes Mosaik strukturiert. Die Elemente nebst Springbogenpartien, Glissandi, hochbrillanten ‹normalen› Geigentönen und kratzendem Geräusch dauern nur wenige Sekunden an. Bei alledem spürt man förmlich den Geigenkörper: die Kon­turen werden nicht nur verwandelt, manche Übergänge sind gar nicht mehr erkenn-, respektive hörbar. Auch die Stimme oder schreckhaftes Einatmen werden eingebunden, und an einigen Stellen klingt die Geige wie eine E-Gitarre, so dass man sich zeitweise in eine Aufnahme mit Jimi Hendrix versetzt fühlt.»

Helmut Peters in «Neue Zeitschrift für Musik» 4/2009
 

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